Synästhesie

Von dem deutschen Komponisten Franz Liszt (1811–1886) wird erzählt, er habe 1842 sein Orchester in Weimar mit folgenden Worten angeleitet: „Dieser Ton ist dunkelviolett, meine Herren, und nicht so rosa, glauben Sie mir!“

Bekannt für seine Fähigkeit, mit der Musik Farben zu empfinden, war außerdem Alexander Skrjabin (1872–1915). Die Symphonie „Promethée – Le Poème du Feu“ des russischen Komponisten hat eine separate Stimme für ein speziell zu konstruierendes Farbenklavier („clavier à lumières“). Skrjabins Ziel war es, ein Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Er nutzte dabei seine besondere Gabe der Synästhesie.

Die Synästhesie bezeichnet die Kopplung in der Wahrnehmung von zwei oder mehreren unterschiedlichen Sinneseindrücken, wie zum Beispiel die Verknüpfung von Gehör- und Sehsinn oder Geruchs- und Tastsinn – oder auch die Verknüpfung von Sinnesreiz und Gefühl.

Der bekannte Maler Kandinsky ging von der Synästhesie aus und ordnete den Farben unter anderem verschiedene andere Sinneseindrücke wie „weich, aromatisch“ (blau) oder „scharf, stechend“ (gelb) zu. Parallel dazu diente ihm die Musik als Vorlage für seine abstrakten Darstellungen, in denen Gefühle durch Noten ausgedrückt werden. Die Grundidee dabei ist das Hören von Farben und das Sehen von Klängen mit den Zielen von Farbharmonie und dem Berühren der menschlichen Seele.

Die Kunstwerke von SOUND OF ART entstehen unter dem schöpferischen Einfluss der Synästhesie mit emotionalem Schwerpunkt. Die Musik erzeugt eine emotionale Spannung, die sich in besonderen Empfindungen von Farben, Linien, Formen und einer alles überlagernden Dynamik entlädt. Jedes Klangbild stellt einen unverwechselbaren emotionalen Abdruck dar.

Synästhesie
syn (griech. = zusammen) und aisthesis (griech. = Empfindung) als Sinnesverschmelzung